Ein Sturz braucht selten einen dramatischen Auslöser. Meistens reicht der Teppichrand im Flur, die letzte Stufe im Halbdunkel oder der kurze Moment, in dem man beim Aufstehen vom Sofa das Gleichgewicht verliert. Bei einem jüngeren Menschen endet das mit einem blauen Fleck und einem Fluch. Im höheren Alter kann derselbe Moment einen Oberschenkelhalsbruch bedeuten, und damit oft den Beginn einer langen Zeit im Krankenhaus. Sturzprävention setzt genau an dieser Stelle an: an den Orten und Gewohnheiten, die im Alltag zur Gefahr werden können.

Die gute Nachricht: Die meisten Stürze zu Hause haben konkrete Ursachen, und die lassen sich beseitigen, bevor etwas passiert.
Wo es am häufigsten passiert
Wer sich Berichte von Notaufnahmen ansieht, findet immer wieder dieselben Orte: das Badezimmer, die Treppe, den Flur bei Dunkelheit. Nasse Fliesen ohne rutschfeste Matte, eine Badewanne ohne Haltegriff, ein Teppich, dessen Ecke sich beim Betreten leicht hochstellt. Auch Türschwellen werden gerne unterschätzt, gerade wenn man mit Hausschuhen oder in Socken unterwegs ist.
Nicht jede Gefahrenquelle ist offensichtlich. Ein frisch gewischter Boden glänzt schön, ist aber für die ersten Minuten spiegelglatt. Ein Stromkabel, das quer durchs Wohnzimmer zur Steckdose führt, fällt tagsüber kaum auf und wird nachts zur Stolperfalle.
Die Wohnung entschärfen
Ein paar Änderungen reichen oft schon, um das Sturzrisiko deutlich zu senken:
- Haltegriffe neben Dusche, Badewanne und Toilette montieren, am besten fest verschraubt statt mit Saugnäpfen
- Teppiche mit Antirutschunterlage sichern oder ganz entfernen, besonders im Flur und vor dem Bett
- Kabel entlang der Wand verlegen, nicht quer durch den Raum
- Nachtlichter in Flur, Bad und Schlafzimmer, damit der Weg zur Toilette nicht im Dunkeln stattfindet
- Rutschfeste Matten in Dusche und Badewanne, bei Bedarf ergänzt durch einen Duschhocker
- Treppengeländer auf beiden Seiten, falls die Treppe breit genug dafür ist
Kleinigkeiten wie diese kosten wenig und verändern viel.
Der Körper ist Teil der Gleichung
Nicht jede Ursache liegt in der Wohnung. Mit dem Alter lässt die Muskelkraft in den Beinen nach, das Gleichgewicht wird unsicherer, und manche Medikamente machen zusätzlich schwindelig oder benommen. Regelmäßige Bewegung, und sei es nur ein täglicher Spaziergang, hält die Muskulatur aktiv und verbessert die Reaktionsfähigkeit, wenn der Fuß doch einmal falsch aufsetzt.
Gutes Schuhwerk spielt eine größere Rolle, als man denkt. Dicke Socken auf Parkett oder Fliesen rutschen erstaunlich leicht. Festes Schuhwerk mit rutschfester Sohle gibt deutlich mehr Halt, auch in der eigenen Wohnung. Und wer schon länger nicht beim Augenarzt war, sollte das nachholen. Schlechtes Sehen zählt zu den am meisten unterschätzten Sturzgründen, weil man Stufen und Kanten schlicht zu spät erkennt.

Was Angehörige beitragen können
Wer nicht jeden Tag vor Ort ist, kann trotzdem einiges tun. Ein Blick durch die Wohnung bei Besuchen reicht oft, um lose Kabel oder rutschende Teppiche zu entdecken, die der Bewohnerin oder dem Bewohner selbst gar nicht mehr auffallen, weil man sich an sie gewöhnt hat. Auch ein offenes Gespräch über Schwindel oder Unsicherheit beim Gehen hilft, denn viele ältere Menschen erwähnen das von sich aus nicht, aus Sorge, als hilfsbedürftig zu gelten.
Wenn es trotzdem passiert
Auch mit der besten Vorbereitung lässt sich ein Sturz nie ganz ausschließen. Entscheidend ist dann, was in den Minuten danach passiert. Wer allein zu Hause stürzt und sich nicht mehr selbst aufrichten kann, liegt im schlimmsten Fall stundenlang auf dem Boden, bevor jemand vorbeikommt oder anruft.
Genau dieses Risiko lässt sich mit einem Hausnotruf entschärfen. Ein Knopfdruck am Handgelenk oder um den Hals genügt, und die Notrufzentrale ist sofort da, ohne dass man erst zum Telefon kriechen muss.
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Siehe auch: Besser als ihr Ruf: Diese 5 Lebensmittel sind gesünder, als Sie denken

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